Liebesgedichte und Liebeslyrik





Glücklich bin ich jedes Mal,
hör ich leise das Signal,
das mir sagt, da ist ein Gruß
von dir, den ich gleich lesen muss.
Manchmal fragst du nur ganz knapp,
ob ich Langeweile hab.
Ich weiß, was ich dann schreiben soll:
Ja, ich langweile mich doll.
Komm rüber, ich hab heißen Tee.
Du weißt ja, wie gern ich dich seh.
Und nicht nur das, ich will noch mehr, 
am besten kommst du schnell hierher.
Hurra, es bleibt die Antwort aus,
dann stehst du gleich vor meinem Haus.
                                    - Wolf Dietrich







Männer
(Eingesendet von Juliane K.)


So unnütz wie Unkraut, wie Fliegen und Mücken;
so lästig wie Kopfweh und Ziehen im Rücken;
so störend wie Bauchweh und stets ein Tyrann,
das ist der Halbmensch, die Bezeichnung ist "Mann".

Er steht nur im Weg rum, zu nichts zu gebrauchen;
kann nichts als nur meckern und oftmals auch fauchen.
Er ist auf der Erde, -ich sag's ohne Hohn-,
vom Herrgott die größte Fehlkonstruktion.

Ein Mann wär' doch ohne uns Frauen verloren.
Er wäre ja ohne uns nicht mal geboren.
Erst durch unsere Hilfe wird mit viel Bedacht,
so halbwegs ein Mensch aus dem Schlappschwanz gemacht.

Ein Mann hält sich oft für unwiderstehlich 
und glaubt schon ein Lächeln von ihm macht uns selig.
Stolziert er durch die Gegend, wie'n Hahn auf dem Mist,
und merkt dabei gar nicht, wie dusselig er ist.

Fühlst du dich unwohl und kannst kaum noch gehen,
weder sitzen noch liegen, geschweige denn steh'n,
dann sagt er "Komm' mach doch nicht so ein Wind...".
Doch sitzt Ihm ein Pups quer, weint er wie ein Kind.

Mit dem Maul sind sie stark, da können sie prahlen,
doch wehe der Zahnarzt bereitet mal Qualen.
Dann sind sie doch alle, -verzeiht den Vergleich-,
wie ein Korb fallobst, -so faul und so weich-.

Ein Mann ist ganz brauchbar, solang' er noch ledig,
da ist er oft schlank und sein Körper athletisch.
Da ist er voll Liebe und voller Elan,
kaum unter der Haube, wird nichts mehr getan.

Mit Gold und Brillianten tat er dich beglücken.
Das kriegt heut' die Freundin, hinter den Rücken.
Und du kriegat heut' nur noch, wenn er daran denkt,
zum Geburtstag nen Schnellkochtopf geschenkt.

Als Jüngling wollt' er dauernd kosen und küssen.
Als Ehemann will er davon nichts mehr wissen.
Verlangst du dein Recht, dann wird er gemein,
reichter dir's Gebiß und mault: "Küss dich allein!"

So sind doch die Männer oft faul und malad;
wir Frauen sind uns doch dafür zu schad'.
Drum suchet, bevor ihr euch endgültig bindet,
ob ihr nicht doch noch etwas Besseres findet.






Laß mein Aug ...
(von Johann Wolfgang von Goethe)


Laß mein Aug den Abschied sagen,
den mein Mund nicht nehmen kann!
Schwer, wie schwer ist er zu tragen!
Und ich bin doch sonst ein Mann.

Traurig wird in dieser Stunde 
selbst der Liebe süßtes Pfand,
kalt der Kuß von deinem Munde,
matt der Druck von deiner Hand. 

Sonst, ein leicht gestohlnes Mäulchen,
o, wie hat es mich entzückt!
So erfreuet uns ein Veilchen,
daß man früh im März gepflückt.

Doch ich pflücke nun kein Kränzchen,
keine Rose mehr für dich.
Frühling ist es, liebes Fränzchen,
aber leider Herbst für mich! 



Seit ich ihn gesehen
(Adalbert von Chamisso)


Seit ich ihn gesehen,
glaub' ich blind zu sein;
wo ich hin nur blicke,
seh' ich ihn allein.
Wie im wache Traume 
schwebt sein Bild mir vor
taucht aus tiefstem Dunkel
heller nur empor.

Sonst ist licht- und farblos
alles um mich her,
nach der Schwestern Spiele
nicht begehr' ich mehr.
Möchte lieber weinen
still im Kämmerlein;
seit ich ihn gesehen,
glaub' ich blind zu sein.
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